Sanierung und Renovierung

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Energetische Gebäudesanierung will geplant sein…

In Deutschland werden heute noch rund 90 Prozent der Heizenergie für Gebäude verbraucht, die älter als 25 Jahre sind. Bei älteren Gebäuden zahlt sich die Investition in eine neue Heizanlage, eine verbesserte Wärmedämmung und die Optimierung des baulichen Zustands deshalb in vielen Fällen relativ rasch aus. Um sich einen Überblick über den energetischen Zustand seines Gebäudes zu verschaffen, ist es empfehlenswert, zunächst ein Erstberatungsangebot z. B. von Architekten und Ingenieuren, oder Energieberater in Anspruch zu nehmen. Man kann auch auf die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geförderte Vor-Ort-Energieberatung zurück-greifen, die traditionell von zugelassenen Ingenieuren und Architekten und neuerdings auch von bestimmten zugelassenen Handwerksmeistern angeboten wird. Diese Beratungen ersetzen aber nicht die Planung, sondern stellen zunächst fest, ob und wie sich eine Modernisierung des Gebäudes unter energetischen Gesichtspunkten lohnt. Gleichzeitig können sie den Entscheidungsprozess über das weitere Vorgehen unterstützen. Im Altbaubereich sind viele Maßnahmen genehmigungsfrei und mit einem Sachkundigen Handwerker durchgeführt werden. Oft kann es aber für den Eigentümer sinnvoll sein, nach einer der vorgenannten Erstberatungen, einen Architekten oder Ingenieur für die dann anstehende Planung und Realisierung einzuschalten. In manchen Fällen ist es – z. B. aufgrund von Rechtsvorschriften – sogar notwendig .

Zustand vor dem Umbau.

Umbauabsichten mit energetischer Sanierung verbinden.

. Bei komplexen Vorhaben: Immer Architekt oder Ingenieur einschalten.

Bei größeren oder schwierigeren Objekten wie Mehrfamilien-häusern, sollte immer ein Architekt oder Ingenieur eingeschaltet werden, um der Komplexität der Aufgabe gerecht werden zu können.

Bei einem Einfamilienhaus muss zunächst Klarheit gewonnen werden, welche Maßnahmen für eine energetische Sanierung überhaupt erforderlich sind. Dies betrifft die Art, die Anzahl und die Reihenfolge der erforderlichen Maßnahmen. Dabei ist eine ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes unabdingbar. Sie stellt in ihrem Ergebnis sicher, dass die Empfehlungen der Maßnahmen neutral und unabhängig von Handels- oder Lieferinteressen erfolgen.

Bei sehr vielen Altbauten besteht keine Klarheit über die Qualität der Bausubstanz. Alte Baupläne oder Baubeschreibungen liegen oft nicht vor oder entsprechen nicht dem heutigen Zustand des Gebäudes. Hier hilft ein Fachplaner, durch Auf-maß und Beurteilung der Bausubstanz zu einem fundierten Überblick zu kommen.

Sollte ein Gebäude erkennbare Bauschäden aufweisen, ist dies ebenfalls ein Grund auf fachlichen Rat zurückzugreifen. Die Schadensursachen müssen erkannt und geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Auch beim Kauf einer Immobilie sollte der Rat eines Fachmanns eingeholt werden. Bauschäden sind für den Laien häufig nicht erkennbar.

 

. Von zentraler Bedeutung: die Kosten.

Maßnahmen zur energetischen Verbesserung von Gebäuden sollten grundsätzlich nicht eigenständig betrachtet werden.

Häufig denken Eigentümer zuerst oder allein an den Austausch der Heizung. Dieser ist oft aber erst dann sinnvoll, wenn Sanierungsmaßnahmen, die den Heizwärmebedarf senken, realisiert worden sind. Die Heizungsanlage muss dem optimierten Gebäudezustand angepasst werden – nicht umgekehrt! Um ein wirtschaftlich und energetisch optimiertes Ergebnis zu erzielen, ist also eine enge Abstimmung zwischen den Maßnahmen an der Gebäudehülle und der Haustechnik dringend geboten.

 

. Bauphysik: Schimmel vermeiden.

Der Austausch von Fenstern ohne eine Wärmedämmung der Außenwand birgt Risiken, weil sich Schimmelpilze an kälteren Stellen in Raumecken oder im Bereich der Fensterlaibungen (Wärmebrücken) bilden können. Planerischer Vorbereitung bedarf auch ein Fensteraustausch mit der Option, die Fassade später zu verbessern. Hier müssten die Fensterrahmen für einen späteren Anschluss einer Wärmedämmung vorgerüstet sein; es muss aber auch vorab festgelegt werden, in welcher Ebene der Außenwand die neuen Fenster einzubauen sind.

Innendämmungen sind bauphysikalisch zwar kritisch, bei denkmalgeschützten Gebäuden aber oft die einzige Möglichkeit zur Verbesserung des Wärmeschutzes. Der Feuchtetransport im Bauteil muss genau geplant werden.

Zur Vermeidung von Konvektionsschäden in der Dämmebene hoch wärmegedämmter Gebäude fordert die einschlägige Normung bereits in der Planungsphase ein Konzept für die Luftdichtheitsebene. Mit anderen Worten: Damit die Dämmung nicht durch Tauwasser durchfeuchtet und auf Dauer wirkungslos wird, muss vor der Dämmung durch den Fachplaner eine luftdichte Schicht geplant und später durch den Handwerker eingebaut werden.

Bei den komplexen bauphysikalischen Zusammenhängen einer energetischen Sanierung lohnt sich die Beratung durch qualifizierte Fachleute, eine auf die individuellen Anforderungen zugeschnittene Planung und die sinnvolle Abstimmung der erforderlichen Maßnahmen.

 

 

. Systematisch vorgehen: Vom Angebot zur Baudurchführung.

Vor dem Beginn einer Bau- bzw. Sanierungsmaßnahme müssen vergleichbare Angebote über die auszuführenden Arbeiten vorliegen. Oft holen sich Eigentümer für die beabsichtigte Maßnahme Angebote verschiedener Unternehmen ein und stehen dann vor dem Problem, dass diese Angebote untereinander nicht vergleichbar sind. Entweder werden die Leistungen durch die einzelnen Anbieter unterschiedlich beschrieben, die Mengenansätze sind unterschiedlich, weil der Anbieter sie nur grob geschätzt hat, oder aber es liegen unterschiedliche Lösungsansätze zugrunde.

In Frage kommen kann auch die Auftragsvergabe an eine so genannte „Handwerkskooperation“. Dieser Zusammenschluss von qualifizierten Handwerksunternehmen unterschiedlicher Gewerke bietet dem Kunden die verschiedenen Handwerksleistungen sozusagen „ Alles aus einer Hand“ an.
Was oftmals doch sehr zu begrüßen ist da man nur mit einer Ansprechperson zu tun hat und die sich um alles kümmert.

Auch bei kleineren Projekten gilt: Baurecht beachten.

Im Altbaubereich sind viele Maßnahmen genehmigungsfrei, beispielsweise der Austausch von Fenstern oder die Erneuerung eines Daches. Genehmigungspflichtig sind Maßnahmen, die zu einer Änderung der Nutzung eines Gebäudes führen. Ein klassischer Fall der Nutzungsänderung liegt vor, wenn ein Speicher zu Wohnzwecken umgebaut und umgenutzt wird. Oft sind dann neben den baurechtlichen und energetischen Aspekten auch Fragen des Brandschutzes und des Schallschutzes zu berücksichtigen. Auch der Aufbau einer Dachgaube ist genehmigungspflichtig; ebenso wie der Anbau eines Wintergartens.

Ein besonderes Problem kann sich ergeben, wenn durch Maßnahmen an der Gebäudehülle die zulässigen Abstände zum Nachbargrundstück unterschritten werden, zum Beispiel durch das Anbringen einer zusätzlichen Wärmedämmung auf die Fassade. Die Landesbauordnung schreibt vor, dass bei der nachträglichen Bekleidung oder Verblendung von Außenwänden, sowie bei der nachträglichen Anhebung der Dachhaut bestehender Gebäude geringere Abstandflächen gestattet werden können, wenn die Baumaßnahme der Verbesserung des Wärmeschutzes dient. In ein solches Verfahren sollte dringend ein Architekt oder Ingenieur einbezogen werden, denn die Bauaufsichtsbehörde kann die Gestattung nur aussprechen, wenn ihr ein Antrag vorliegt, aus dem die Unbedenklichkeit der Maßnahme aus Sicht nachbarlicher Belange zu ersehen ist.

In einzelnen Fällen können Ortssatzungen vorliegen, in denen besondere Anforderungen an bauliche Anlagen gestellt werden, z. B. Gestaltungssatzungen. Dann bedürfen Änderungen der äußeren Gestaltung, die im Normalfall genehmigungsfrei sind, einer Baugenehmigung. Unter Änderung der äußeren Gestaltung versteht man auch Putzarbeiten, Dacheindeckungen, den Einbau von Solaranlagen oder den Austausch von Fenstern und
Türen.

Die Änderung tragender oder aussteifender Bauteile z. B. durch längere Schlitze oder größere Türdurchbrüche innerhalb von Gebäuden ist dann genehmigungsfrei, wenn ein Sachkundiger dem Bauherrn die Ungefährlichkeit der Maßnahme schriftlich bescheinigt. Der Ersatz eines gesamten tragenden oder aussteifenden Bauteils gilt nicht als Änderung sondern bedarf einer Baugenehmigung.

 

 

. Strategisch planen: Förderkonditionen nutzen.

Für zahlreiche Maßnahmen zur energetischen Verbesserung von Wohnhäusern gibt es spezielle Förderprogramme von Bund oder Land. Je nach Förderprogramm kann die Kreditvergabe an Nachweise durch ausgewählte, vom Fördergeldgeber vorgeschriebene Personengruppen gebunden sein. Dies sind in der Regel staatlich anerkannte Sachverständige für Schall- und Wärmeschutz oder zugelassene Energieberater.

 

. Den richtigen Partner für die Planung bei der Altbaumodernisierung finden.

Eine Möglichkeit ist ein unverbindlicher Anruf und in einem persönlichen Gespräch lässt sich dann auch schnell herausfinden, ob die „Chemie“ zwischen den Gesprächspartnern stimmt.
Bei der energetischen Altbausanierung können formale Kriterien die Auswahl von Fachleuten unterstützen. Ob eine Zulassung als Vor-Ort-Energieberater des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), oder in anderen Förderprogrammen als Energieberater vorliegt. Weitere Infos siehe :(www.bafa.de)